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Im Herbst 2002 fingen wir an zu überlegen, ob es nicht gut wäre, einen Spielkameraden für Kaya dazu zu holen. Durch den Leinenzwang und die Auflagen der LHV war ein Kontakt zu anderen Hunden recht schwierig. Wir haben dann im Internet die Seiten der benachbarten Tierheime durchstöbert.
Wir wollten gerne einen Staff-Rüden haben. Also haben wir auch die Seiten der Orgas angesehen, die sich besonders um Listenhunde kümmern. Einige, die uns gefallen hätten, waren weit weg. Ich habe mich ans Telefon gehangen und rum telefoniert. Irgend etwas passte immer nicht oder der Hund war gerade vermittelt. Wir haben uns in den Tierheimen etliche angeschaut, aber irgendwie funkte es nicht.
Dann habe ich mich noch mit dem Ordnungsamt in Verbindung gesetzt, um zu klären, ob ich die Haltegenehmigung für einen 2. Listenhund bekommen würde. Das war alles kein Problem. Sie gaben grünes Licht. Zu der Zeit war das LHG NRW (Landeshundegesetz) in Arbeit. Also habe ich mir noch mal die LHV und das künftige LHG durchgelesen. Irgendwie schwand mein Mut. Ich hätte nie mit beiden Hunden gleichzeitig spazieren gehen dürfen.
Wir haben uns deshalb gegen einen 2. Listenhund entschieden und weiter gesucht und sind eines Tages auf einer Seite gelandet, die Hunde aus dem Tierheim SARA auf Lanzarote vermitteln. Nach längerem hin und her haben wir uns für Bico entschieden.

Nun wurde alles für die Adoption erledigt und wir warteten sehnsüchtig auf einen Flugpaten. Das zog sich hin. Endlich kam die Nachricht, der Flug ist klar. Bico kommt. Am Ankunftstag mittags kam ein Anruf: Bico kommt nicht. Als sie ihn im Tierheim für den Flug fertig machen wollten, haben sie gesehen, dass er einen Hautpilz hat und er darf nicht fliegen.
Wieder mussten wir warten – wochenlang . Dann endlich kam der ersehnte Anruf. Bico kommt am 18. Februar 2003 um 18.05 Uhr in Frankfurt/Main an. Diesmal klappte alles. Heute weiß ich, dass Claudia die Flugpatin war. Danke Claudia! Sie schob also den Kofferkuli mit 2 Hundeboxen durch die Sperre im Flughafen. Wir waren so aufgeregt.
Bico war in der unteren großen Box. Wir machten die Tür auf, aber er war noch ganz daneben von dem Medikament, welches die Hunde für den Flug bekommen. Wir haben ihn in der Box Richtung Parkplätze gebracht und dort haben wir ihn raus geholt. Er konnte noch nicht stehen und deshalb habe ich ihn getragen.
Beim Auto angekommen hat Gerd erst mal Kaya geholt und sie durfte Bico beschnüffeln. Für mehr war keine Zeit. Außerdem war es kalt und Bico fror. Wir haben ihn ins Auto gelegt und ich habe mich mit nach hinten
gesetzt. Kaya hielt Abstand und beide haben bis zu Hause geschlafen. Dort angekommen sollten beide mal pieseln, aber Bico wollte nicht. Also sind wir ins Haus, denn es war dunkel und minus 10°. In der Küche hat Bico erst mal Wasser getrunken und alles wieder ausgespuckt. Dann fiel er um, weil er noch immer nicht stehen konnte. Nachdem er doch noch gepieselt hat – auf sein Kissen - haben wir ihn ins Körbchen gelegt und Kaya hat sich alles aus der Ferne angesehen. Die Nacht war ruhig und irgendwann konnten wir auch schlafen.
Am nächsten Morgen ging es Bico besser. Im Garten düste er erst mal rum. Plötzlich humpelte er. Wir dachten er habe sich verletzt und ich bin mit ihm zum Tierarzt gefahren. Der konnte nichts feststellen und gab Bico eine Spritze. Außerdem hat er ihn kurz untersucht und ins Maul gesehen. Er stank ganz fürchterlich aus dem Maul. Na ja, war auch kein Wunder. Er hatte ganz viel Zahnbelag. Wir haben ihm Kauknochen gegeben und das Problem löste sich in Luft auf. Bico klebte mir vom ersten Tag an am Bein. Das ist bis heute so geblieben. Er geht nicht mit Gerd in den Garten, wenn ich nicht mit gehe.
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