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Kaya muss lernen und wir auch
Obwohl ich in den 70er Jahren Hunde gehalten hatte, musste ich nun viel lernen. Irgendwie kam es mir so vor, als ob heute die Leute auf Hunde längst nicht mehr so relaxt reagieren wie vor 30 Jahren.
Die Medien haben ganze Arbeit geleistet und machen es uns Hundehaltern und den Hunden richtig schwer.
Nachdem ich es nicht in den Griff bekam, Kaya das Ziehen an der Leine abzugewöhnen, habe ich mich nach einer Hundeschule umgesehen.
Im Nachbarort hatte ich einen Hundeplatz entdeckt und dort nachgefragt. Nein, Kaya gehöre nicht zu ihrer bevorzugten Rasse. Wenn ich dort mit üben wolle, dann auf jeden Fall nur mit Maulkorb. Sie gaben mir den Hinweis auf einen Hundesportverein, der für mich noch relativ schnell erreichbar war.
Dort bin ich hin und habe nachgefragt ob ich mit Kaya bei ihnen lernen kann. Erst mal haben sie mich fast alle komisch angesehen. Wie kann man sich nur einen Staff holen! Ja, ich könne einen Kurs mitmachen, aber Kaya wäre mit 8 Monaten dafür zu jung und ich solle im Frühjahr wiederkommen!
Ich bin dann öfter hin und habe zugeschaut und mich mit den Leuten unterhalten. Im Februar haben wir einen Kurs begonnen. Zuerst wurde mir nahe gelegt, unbedingt ein Stachelhalsband zu kaufen. Blöd und unbedarft wie ich war, habe ich es gemacht. Mir wurde gezeigt, wie man ordentlich an der Leine ruckt, damit der Hund auch bei Fuß geht. Da Kaya auch z.B. bei nassem kaltem Boden kein „Platz“ machen wollte, wurde sie mit 3 Erwachsenen auf die Erde gedrückt. Sie hat sich sehr gewehrt und wir lagen hinterher alle im Matsch! Gut so, Kaya!!  Im März bin ich mit ihr noch mal im Tierheim gewesen, wo sie her kommt. Die haben mir das Halti empfohlen und ich konnte es dort sofort kaufen.
Da das Halti auch als Maulkorbersatz genommen werden kann, war mir das auch recht. Bisher war ich immer oben ohne mit ihr gelaufen. Das Stachelhalsband habe ich in die hinterste Ecke gelegt und nie wieder hervor geholt. Mittlerweile hatten wir Internet und ich habe Hundeseiten entdeckt und angefangen dort zu lesen und zu lernen.
Ich habe dann mit Leckerli und positiver Verstärkung gearbeitet. Auf den Platz bin ich immer noch gegangen, aber habe meine im Internet erlernten Übungen durchgezogen und wir kamen gut vorwärts. Natürlich wurde ich schief angesehen. So erzieht man keinen Hund! Es kamen die “guten” Tipps: Lass die Leckerli weg! Sprich lauter! Nicht Handzeichen geben!
Ich bin sehr schnell von der Gruppe in den Einzelunterricht gegangen und wir hätten die Begleithundprüfung (BH) machen können, wenn Kaya nicht an der Leine mit anderen Hunden so rumgezickt hätte.
Sie hatte mit nicht mal einem Jahr eine schlechte Erfahrung mit einem Schäferhund gemacht. Bei einem Spaziergang kam uns auf einem schmalen Wirtschaftsweg ein Auto entgegen. Da muss sie immer Sitz oder Platz am Rand machen. Plötzlich kommt ein SH angerannt und stürzt sich auf sie und beißt sie in den Kopf. Wegen dem Halti konnte sie sich nicht wehren. Ich habe den SH angebrüllt und Kaya unter ihm raus gezogen. Der SH hatte noch nicht mal ein Halsband um und gehorchte Frauchen überhaupt nicht.
Ende 2001 kam bei mir noch eine große OP dazwischen und wir konnten lange nicht auf den Platz gehen.
Bis Anfang 2003 sind wir auf dem Hundeplatz gewesen. Dann kam Bico zu uns und ich bin nur noch sporadisch und dann nicht mehr hingegangen.
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